Eisenhütte

1749 durch Franz Moritz von Veyder und seine Frau Maria Theresia Josepha geb. Neufforge außerhalb des Ortes zur Verarbeitung von Raseneisenerz angelegt, das vorwiegend in den Gemarkungen von Malbergweich, Balesfeld, Steinborn und Seinsfeld gewonnen wurde. Nach dem Verkauf durch die Familie von Veyder im frühen 19. Jahrhundert wechselten die Eigentümer bis zur Betriebseinstellung des unrentabel gewordenen Werkes häufig.

1912 etablierte sich in den Räumlichkeiten die Eifeler Metallwarenfabrik Rudolf Sempell GmbH, die beträchtliche Umbauten vornahm und 1938 eine große Lehrwerkstatt errichten ließ. Nach dem Umzug des heutigen Eifelwerkes in die Nähe von Malbergweich wird ein Großteil der alten Anlage als ökologischer landwirtschaftlicher Hof betrieben.

Eine sehr schematische Plandarstellung von 1760 zeigt bereits die gleiche Disposition der Bauten wie das genauere Urkataster von 1824. Demzufolge standen sich, etwa nordwest-südöstlich ausgerichtet, zwei lang gestreckte Trakte parallel gegenüber, von denen der nördliche den Produktionsablauf der Eisenverhüttung aufnahm, der südliche als Kohlenschuppen diente. Am westlichen Ende beider Trakte schloß sich je ein Wohn- / Verwaltungsgebäude an. Das eigentliche Hüttengebäude wurde bereits im späten 19. Jahrhundert ersatzlos abgebrochen. Ob die erhaltenen Bauten auf das mittlere 18. Jahrhundert zurückgehen oder später erneuert wurden, lässt sich angesichts der schlichten Einzelformen nicht sicher beurteilen; möglich erscheinen eingreifende Veränderungen im frühen 19. Jahrhundert.

Besonders eindrucksvoll ist bis heute die kyllseitige Ansicht des Werkes mit dem über 80 Meter langen südlichen Trakt, der den ehemaligen Kohlenschuppen (später Metallwarenfabrik) und eines der beiden Wohnhäuser unter einem Dach vereinigt. Zahllose kleinere Veränderungen des 20. Jahrhunderts haben vom ursprünglichen Zustand allerdings nur die Großform übrig gelassen.

In den Details besser erhalten ist das nördliche Wohnhaus, wie das südliche zweigeschossig, aber mit steilerem Dach; die Fenster- und Türöffnungen rechteckig und glatt gerahmt, Türflügel des 19. Jahrhunderts. Östlich angelehnt ist noch die Giebelwand des abgebrochenen Hüttengebäudes erhalten, deren spitzbogige Blendnischen ebenfalls für einen Neubau im 19. Jahrhundert sprechen.

Die Lehrwerkstatt von 1938 wurde 1985 zum Gemeindehaus umgebaut und dabei erweitert. Der Gründungsstein des Werkes mit Wappen, lateinischer Inschrift und Jahreszahl ist heute in einen jüngeren Anbau des Südtraktes eingelassen.